Lesen lernen ist ein sehr schwieriger Prozess, der deinem Kind sehr viel abverlangt. Daher bist du auch nicht alleine, wenn du dich fragst, wie du dein Kind beim Lesen lernen unterstützen kannst.

Um dir zu helfen, habe ich 8 Tipps zusammengestellt, damit du dein Kind beim Lesen lernen unterstützen kannst.

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1. Gehe mit deinem Kind nur kleine Schritte

Zunächst ist es sehr wichtig, dass du mit deinem Kind nur kleine Schritte machst und es damit nicht überforderst.

Verlange von deinem Kind beim Lesen lernen nicht zu viel auf einmal. Das gilt für die Stoffmenge und die Zeit, die am Tag lesen gelernt wird.

Was für dich sehr einfach aussieht und schnell erledigt ist, stellt sich für unsere Kinder extrem schwer dar.

Ich zum Beispiel habe etwa 30 Jahre mehr Leseübung als meine Kinder. Da ist es ganz klar, das Lesen mir einfach fällt. Aber für meine Kinder ist es neu, kompliziert und sehr anstrengend.

Wenn ich jetzt von ihnen zu viel auf einmal verlange, werden sie überlastet sein. Ich helfe ihnen damit nicht, sondern mache alles nur komplizierter.

In einem solchen Fall können unsere Kinder die Informationen beim Lesen nicht mehr verarbeiten.

Man spricht dann von einer kognitiven Überlastung, wodurch Lernen im schlimmsten Fall unmöglich wird.

Die Kinder machen dicht, verstehen nichts mehr und sind tief traurig, weinen vielleicht sogar. Außerdem freuen sie sich nicht darauf, wieder Lesen zu üben, sondern verbinden damit nur negative Erfahrungen.

2. Gib deinem Kind die Zeit, die es braucht

Gib deinem Kind daher Zeit. Manchmal brauchen Kinder einfach etwas, um bestimmte Dinge zu lernen. Das ist keine Schande.

Bei meiner Zweiten Tochter hatte ich einige Zeit so meine Zweifel, ob das mit dem Lesen lernen auch gut klappt.

Denn sie tat sich lange schwer mit dem Lesen auch einfachster Silben aus den ersten Unterrichtswochen.

Ich dachte mir oft, was machst du denn da?

Aber ein Gespräch mit ihrer Lehrerin beruhigte mich, denn sie war mit ihrer Leistung zufrieden.

Also gaben wir ihr Zeit und ließen sie einfach die kurze Zeit später folgenden drei Wochen Weihnachtsferien komplett mit Schule in Ruhe.

Das Ergebnis war beachtlich, sie liest jetzt wie ein Weltmeister.

3. Sei immer geduldig beim Lesen lernen

Aber du solltest deinem Kind nicht nur Zeit geben, sondern auch immer geduldig sein, wenn du mit ihm Lesen lernst.

Auch wenn deine Kinder zum hundertsten Mal einen Buchstaben nachfragen, oder zum tausendsten Mal etwas falsch aussprechen, sei geduldig.

Es wird sich auszahlen, denn deine Kinder werden dich als Lernpartner akzeptieren, wenn du ihr Lerntempo akzeptierst.

Und dann werden sie dich immer wieder gerne um Hilfe fragen. Und irgendwann werden sie dich nicht mehr fragen müssen, weil es gelernt haben.

 

4. Lesen lernen braucht immer Ruhe

Ebenso wichtig, wie Geduld ist aber auch die richtige Umgebung zu Lesen lernen.

Denn Lesen lernen ist sehr anstrengend für das Gehirn deines Kindes und dabei braucht es vor allem Ruhe.

Wenn zu viel Ablenkung um dein Kind herum ist, wird Lernen sehr anstrengend. Der laufende Fernseher, tobende Geschwister oder eine röhrende Waschmaschine, sind alles Ablenkungen, die es deinem Kind schwer machen, sich zu konzentrieren.

Sorge daher unbedingt für eine ruhige und entspannte Situation, ganz frei von Stress oder Druck. Das wird deinem Kind das Lesen lernen sehr viel einfacher machen.

 

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5. Regelmäßiges Lesen lernen ist das A und O

Regelmäßigkeit ist neben, Geduld, Ruhe und Zeit, sowie kleiner Häppchen beim Lesen lernen der entscheidende Faktor. Vielleicht ist es sogar der alles entscheidende und wichtigste Punkt überhaupt.

Denn es bringt nichts, wenn du in der perfekten Lernumgebung mit deinem Kind Lesen übst, aber nur einmal im Monat. Das ist viel zu wenig.

Es ist sehr viel effektiver, wenn du nur kleine Einheiten von 10 bis 15 Minuten am Tag mit deinen Kindern liest. Dafür aber jeden Tag.

Das ist am Tag nicht viel, aber die Wiederholungen haben es wirklich in sich. Denn unser Gehirn benötigt den regelmäßigen Input, um Informationen als relevant anzusehen.

Andernfalls werden die neuen Infos nämlich als unwichtig eingestuft und nicht abgespeichert. Das Gehirn ist nämlich faul, denn Lernen benötigt viel Energie und die spart es sich für die wichtigen Dinge. Und die wichtigen Dinge sind eben jene, die uns regelmäßig begegnen.

Lässt du also das regelmäßige Lesen lernen ausfallen, wird es viel länger dauern, bis dein Kind Lesen kann. Außerdem wird es deinem Kind mit zunehmender Zeit immer schwerer fallen, in der Schule mitzukommen, da die Mitschüler im Vergleich immer besser werden und der Unterricht und die Texte anspruchsvoller.

Lass es daher nicht so weit kommen und lerne am besten täglich in kleinen Dosen mit deinem Kind Lesen.

6. Sei für dein Kind ein Vorbild

Außerdem kannst du deinem Kind unterstützen, indem du deine Rolle als Vorbild wahrnimmst.

Wenn bei dir zu Hause kein einziges Buch existiert und du selbst nichts liest, dann wird dir dein Kind wahrscheinlich nicht glauben, wenn du ihm sagst, dass lesen sehr wichtig ist.

Sei daher ein Vorbild. Geh mit deinem Kind in die Bücherei, schaffe Lesesituationen und nimm selbst ein Buch zur Hand oder lies eine Geschichte vor. Denn unsere Kinder wollen uns ja nacheifern und wenn wir gerne lesen, werden sie dies ebenso als normal und wertvoll erleben.

 

7. Motiviere dein Kind selbst lesen zu wollen

Deine Vorbildfunktion ist eine sehr gute Motivationsmöglichkeit für dein Kind.

Aber es gibt noch weitere Optionen, wie du dein Kind zu lesen motivieren kannst. Meine zweit Älteste hat zum Beispiel in der Schule einen Lesepass bekommen.

In diesem Pass gibt es 30 Unterschriftfelder. Jedes Mal wenn sie 15 Minuten vorgelesen hat, bekommt sie von meiner Frau oder mir eine Unterschrift.

Wenn sie alle Unterschriften beisammen hat, bekommt sie ein der Schule eine Kleinigkeit. Was bei ihr einen riesigen Motivationsschub ausgelöst hat.

Manchmal bietet es sich auch an, deinem Kind einfach einmal ein Buch mitzubringen. So habe ich meiner Großen einfach „Das große Buch von Frosch und Kröte“ mitgebracht und ich habe damit ein gutes Händchen bewiesen. Sie liebt das Buch und liest regelmäßig und begeistert die lustigen Geschichten.

Neben solchen Möglichkeiten der Motivation solltest du dein Kind aber vor allem Loben für seine Leistung. Und ihm sagen, dass es gut liest.

Achte auch auf Verbesserungen, die dein Kind macht und sag ihm auch, dass es sich verbessert hat. Das ist nämlich die wahrscheinlich größte Motivation, die du deinem Kind geben kannst. Du zeigst deinem Kind damit, dass du seine Fortschritte siehst, und würdigst gleichzeitig seinen Lernprozess.

 

8. Lies deinem Kind weiter vor

Der letzte Rat, den ich dir noch geben möchte, ist deinem Kind weiter vorzulesen. Nur weil dein Kind nun begonnen hat selbst zu lesen, heißt das noch nicht, dass es nicht gerne vorgelesen bekommt.

Meine großen Mädels lieben es immer noch, wenn ich ihnen Geschichten vorlese und ich hoffe, das bleibt auch noch etwas so 🙂

Ansonsten bietet sich aber auch die Möglichkeit, sich abschnittsweise mit dem Lesen abzuwechseln. Falls du nicht mehr alles alleine vorlesen möchtest.

Speziell hierfür sich übrigens auch Bücher im Handel erhältlich, bei denen Teile der Geschichte von Erwachsenen und größergeschriebene abgesetzte Teile von Kindern gelesen werden sollen.

 

Fazit

Wie du siehst, gibt es einige Möglichkeiten, wie du deine Kinder beim Lesen lernen unterstützen kannst und ganz so schwierig ist es auch nicht.

Am wichtigsten sind am Ende Liebe, Geduld und eine gesunde Portion gesunder Menschenverstand von uns Eltern. Denn dann schaffen wir es auch unsere Kinder beim Lesen lernen richtig zu unterstützen. Wenn du gute Bücher zum Lesen lernen sucht, dann habe ich noch 5 Empfehlungen für dich. 

Vielleicht hast du noch weitere Ideen, wie wir unsere Kinder beim Lesen lernen unterstützen können? Dann lass sie uns doch bitte in den Kommentaren wissen.

 

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