Vergessen beim Lernen geht rasend schnell.

Kennst du das auch, du lernst etwas Neues und nur kurze Zeit später hast du alles Gelernte vergessen?

Verdammt denkst du dir, das kann doch nicht sein! Dabei wolltest du doch schnell und effektiv lernen.

Aber das liegt nicht an dir persönlich. Denn bereits 1885 hat Hermann Ebbinghausen dieses erstaunliche Phänomen des Vergessens nachgewiesen.

 

In diesem Artikel lernst du:

  • Warum du so schnell vergisst.
  • 6 Tipps, was du dagegen unternehmen kannst.
  • Und du bekommst passende Methoden an die Hand, die es dir einfacher machen Neues zu lernen

 

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Warum wir Gelerntes so schnell vergessen.

Erstaunlicherweise vergisst du am schnellsten direkt nach dem Lernen.

Denn die Hälfte hast du nach ca. einer Stunde bereits wieder vergessen.

Bereits nach neun Stunden sind es etwa 60 % und nach einem Monat 80 %.

Das heißt, direkt nach dem Lernen vergisst du am schnellsten und mit der Zeit nimmt die Vergessensrate allmählich ab.

Es ist also nicht so, dass wir alles Gelernte vergessen, aber doch sehr viel in sehr kurzer Zeit.

 


Vergessen beim Lernen


 

Zu diesen Ergebnissen ist Hermann Ebbinghausen 1885 gekommen und hat sie in der bekannten Vergessenskurve dargestellt.

Mit seinen Ergebnissen kann also eine Beziehung zwischen Zeit und Erinnern/Vergessen nachgewiesen werden. Zeit ist damit ein wichtiger Faktor für Lernen.

Dass wir viele Dinge schnell vergessen, ist aber nüchtern betrachtet auch kein Wunder.

Denn dein Gehirn kann nur eine bestimmte Menge an Informationen auf einmal verarbeiten, und braucht anschließend Zeit, diese Informationen richtig abzuspeichern.

Gibst du deinem Gehirn zu viele Informationen auf einmal und in zu kurzer Zeit, dann ist es schlicht nicht in der Lage, alle Informationen zu sichern.

Dein Gehirn ist dann überfordert mit all dem neuen Wissen.

Du leidest dann unter einer kognitiven Belastung.

Daher ist die Folge, du vergisst vieles wieder.

 

6 Tipps, so kannst du Gelerntes besser behalten.

Es gibt aber einiges, was du selbst dagegen unternehmen kannst, um das Vergessen beim Lernen zu stoppen.

Und im Grund laufen alle diese Bemühungen auf eine Sache hinaus.

Mach es deinem Gehirn einfach!

Denn umso leichter es dein Gehirn beim Lernen hat, umso schneller wird es sich neue Inhalte merken können.

 

Mache es deinem Gehrin einfacher und dein Lernen gelingt spielend

 

1. Wiederholungen helfen deinem Gehirn Gelerntes zu behalten

Lässt du dir zu lange Zeit nach dem Lernen, bis du dich wieder mit dem Lernstoff befasst, kannst du fast wieder am Anfang beginnen.

Um dich davor zu schützen, hat bereits Ebbinghausen festgestellt, dass du Gelerntes zügig wiederholen musst, um das Vergessen zu stoppen.

Wiederhole zum Beispiel Vokabeln noch an dem Tag, an dem du sie gelernt hast.

Du kannst sie dir auf diese Weise besser merken.

Wiederhole sie dann am nächsten Tag wieder, dann nach zwei oder drei Tagen und wirst feststellen, dass du dir immer mehr Vokabel merken kannst.

Umso öfter du etwas wiederholst, umso größer werden die Zeitabstände, bevor du wieder etwas vergisst.

 

2. Sinnvolle Inhalte kannst du dir leichter merken

Neben der Zeit existieren aber natürlich auch noch andere Faktoren, die einen Einfluss darauf haben, wie gut du dir etwas merken kannst oder ob du alles Gelernte vergisst.

Zunächst hat der Lernstoff selbst Einfluss darauf, wie schnell du diesen wieder vergisst.

Sinnlose oder unverständliche Inhalte schmeißt dein Gehirn schnell über Bord, da sie als irrelevant eingestuft werden.

Verständliche Prinzipien allerdings können leicht gemerkt werden und du brauchst nur wenige Wiederholungen, um sie zu lernen.

Das liegt daran, dass Lernen nie ohne vorheriges Wissen möglich ist und immer auf ihm aufbaut.

Dein Vorwissen ist ein wichtiger Faktor für jedes Lernen. 

 

3. Deine Motivation

Eine zentrale Voraussetzung für dein Lernen ist deine Motivation.

Brennst du für ein Thema, dann wirst du dir neue Inhalte schnell merken, vielleicht sogar ohne eine einzige Wiederholung.

Die Motivation kommt dann aus dir selbst.

Dies nennt sich dann intrinsische Motivation und hilft dir ungemein beim Lernen.

Empfindest du jegliche Auseinandersetzung mit dem Lernstoff aber als Zumutung, dann wirst du sehr schnell vergessen und sehr viele Wiederholungen brauchen, um dir wirklich etwas zu merken.

Und das Lernen kann schnell zu einer wirklichen Qual werden.

 

4. Die richtige Länge deiner Lerneinheiten

Daneben empfehlen sich auch kleine Lerneinheiten, anstatt stundenlang am Stück zu lernen.

Lieber an mehreren Tagen ein Thema 20 bis 30 Minuten pro Tag lernen, als an einem Tag vier Stunden.

Das macht Sinn, da du dann automatisch Wiederholungsphasen in dein Lernen einbaust. Diese fehlen dir nämlich, wenn du an einem Tag viele Stunden lernst.

Außerdem hilfst du deinem Gehirn mit kleinen Lerneinheiten, da es so die Chance hat das neu Gelernte auch wirklich abzuspeichern.

Dabei ist aber auch immer eine individuelle Frage, wie lange deine Lerneinheiten sein sollen oder können, wie eine Diskussion auf Studis-online.de zeigt.

Während Mäuschen23 rechtzeitig anfängt, kurze Lerneinheiten bevorzugt und einen Ausgleich mit Freizeit und Sport sucht, gibt es auch andere Beispiele.

Ohha lernt intensiv und sehr viel. Hat, wie er selbst feststellt dann aber nichts anderes mehr in dieser Zeit vom Leben.

Ich persönlich würde es lieber wie Mäschen23 machen. Das ist aus fachlicher Sicht besser, da Lernen dann besser und nachhaltiger wird.

Und ich bevorzuge es noch etwas anderes am Tag zu machen, als zu schlafen und zu lernen/arbeiten.

Eine gute Möglichkeit deine Lerneinheiten zu organisieren, sind zwei Stundenen Einheiten, in deinen du konzentriert am Stück lernen kannst.

 

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5. Aktiviere dein ganzes Gehirn

Eine super Möglichkeit es deinem Gehirn leichter zu machen und das Vergessen beim Lernen zu stoppen, ist es dein ganzes Gehirn zu aktivieren.

 

Mach es deinem Gehirn einfach

Mit allen Sinnen zu lernen macht es deinem Gehirn viel einfacher

 

Das heißt, du liest dir etwa beim Vokabellernen nicht nur eine Vokabel durch, sondern du:

  • liest sie
  • sprichst sie
  • hörst sie
  • siehst sie, etwa in Form eines Bildes
  • und wendest sie an, benutzt sie also

Umso mehr Informationen du deinem Gehirn beim Lernen geben kannst, umso mehr Bereiche werden aktiviert.

Diese bilden untereinander dann Verbindungen aus und werden durch die vielen Verknüpfungen als wichtiger eingeordnet.

Und umso wichtiger etwas ist, umso besser kannst du es dir merken. 

 

6. Die richtige Methode hilft dir, Gelerntes im Kopf zu behalten

Natürlich können aber auch unverständliche Inhalte durch die richtige Methode leichter begreifbar gemacht werden, um sie schneller und mit weniger Wiederholungen lernen zu können.

Mögliche Methoden hierfür sind etwa

 

Mein Fazit, wie du das Vergessen stoppst

Du vergisst beim Lernen also unglaublich schnell, wenn du nichts dagegen unternimmst.

Wiederholen ist dabei also ein sehr wichtiger Faktor für effektives Lernen, besonders dann, wenn uns die Inhalte nicht so sehr interessieren.

Dabei ist Zeit aber nicht der einzige Faktor, der wichtig für das Vergessen ist, wie du gesehen hast.

Du kannst dies ja einmal Selbst ausprobieren, indem du dir deinen Wecker stellst und dich in einer Stunde fragst, welche Faktoren in diesem Artikel genannt wurden, die Einfluss darauf haben, wie schnell du etwas vergisst.

Welche konntest du dir merken?

Viele weitere Lernmethoden, Tipps, Anleitungen und Beispiele für mehr Lernerfolg habe ich auch für dich zusammengetragen.

Viel Erfolg beim Lernen

Ps: Zu Ebbinghausen sei noch zu sagen, dass er nur mit sinnlos zusammengesetzten Silben experimentierte, weshalb seine Ergebnisse heute stark kritisiert werden. Dennoch konnten aber andere Untersuchungen den Zusammenhang zwischen Zeit und dem Erinnern und Vergessen belegen. Darum bleibt Zeit ein wichtiger Faktor, auch wenn Ebbninghausen in der fachwissenschaftlichen Diskussion nicht mehr diese Rolle spielt.

 

Quellen

  • Hardeland, Hanna: Lerncoaching und Lernberatung. Baltmansweiler 2017.
  • Klenke, Kira: Studieren kann man lernen. Wiesbaden 2014.

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Bildquellen

  • Vergessen beim Lernen: Bildrechte beim Autor
  • Mach es deinem Gehrin einfach und Lernen: Bildrechte beim Autor
  • Wie lange lernen DIskusion 1: Studis-Online.de
  • Wie lange lernen DIskusion 2: Studis-Online.de
  • Mach es deinem Gehirn einfach und Lernen (2): Bildrechte beim Autor
  • Logo normal: Bildrechte beim Autor
  • alles Gelernte vergessen: Tama66 auf Pixabay.com