Nachdem in den letzten Artikeln bereits einiges zum Thema Lektorat ausgeführt worden ist, möchte ich hier meine drei wichtigsten Gründe für ein professionelles Lektorat darstellen. Und einige praktische Hinweise geben, worauf du achten musst, wenn du dich wirklich für ein Lektorat entscheidest.

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3 Gründe für ein professionelles Lektorat

 

1. Eine Person vom Fach kontrolliert

Mein erster Grund für ein professionelles Lektorat ist der professionelle Korrektor, der vom Fach ist. In dieser Beziehung gehe ich auch davon aus, dass die Anbieter von Lektorat-Leistungen auch wirklich Profis engagieren, denn sie möchten gute Ergebnisse, um weitere Aufträge zu erhalten.

Du kannst natürlich auch deine Arbeiten von Freunden oder der Familie korrigieren lassen, aber in einem solchen Fall läufst du Gefahr, dass du fachliche Fehler entstehen. Ich hatte etwa meine erste Hausarbeit von meiner Mutter gegenlesen lassen.

Das erste und letzte Mal. Es war in Geschichte und es ging um den Tuchhandel der englischen Ostindienkompanie und die Auswirkungen auf den englischen Tuchmarkt im 18. oder 19. Jahrhundert. Ein Thema also, von dem nur jemand Ahnung hat, der sich wirklich damit auskennt. Meine Mutter sollte nur die Rechtschreibung korrigieren, fragte mich aber stattdessen, ob das wirklich stimmen würde, was ich dort schreibe. Und sie hat mit Geschichte nichts am Hut.

Nun korrigiert ein Lektor zwar auch keine Inhaltsfehler, kann dich aber auf Unstimmigkeiten hinweisen, wenn diese offensichtlich sind. Außerdem kennt der Lektor die Fachsprache und kann dir helfen, diese korrekt zu nutzen, was bei Freunden oder Familienmitgliedern nicht immer der Fall ist.

 

2. Der Lektor hat keine persönlichen Hemmungen

Aber selbst wenn deine Familienmitglieder oder Freunde fachlich versiert sind, heißt das noch nicht, dass sie dir wirklich helfen. Denn persönliche Beziehungen können sich auf die Qualität der Korrektur auswirken. Wer möchte seinen Freunden oder Angehörigen denn schon sagen, dass die Hausarbeit nicht gut ist, keinen roten Faden hat und am besten noch mal neu geschrieben werden muss?

Wahrscheinlich die wenigsten. Ein Lektor aber kennt dich nicht und wird dafür bezahlt, dir die Wahrheit zu sagen. Du bekommst also eine unabhängige Korrektur, die frei von persönlichen Hemmungen ist.

 

3. Du bekommst die Korrektur in der vereinbarten Zeit

Außerdem ist bei einer professionellen Korrektur auch die Zeit ein entscheidender Faktor. Denn bei Auftragserstellung steht fest, wann die Korrektur fertig sein muss. Du musst also niemandem hinterherrennen, damit deine Arbeit einmal gelesen wird. Freunde und Familienmitglieder haben selbst viel zu tun und da ist für ein intensives Lektorat meinst wenig Zeit.

Und wenn sie dann die Zeit finden, stellt sich die Frage, ob die Arbeit wirklich intensiv gelesen wurde oder nur oberflächlich. Denn vielleicht war einfach keine Zeit.

 

Praktische Tipps für ein Lektorat

Für ein Lektorat sprechen also drei sehr gewichtige Gründe. Und wenn du dich wirklich dazu entließen solltest, ein Lektorat zu beauftragen, dann habe ich noch einige Tipps für dich.

Zunächst würde ich einmal abprüfen, ob du das Lektorat wirklich nutzen darfst und zwar schon bevor du mit der Arbeit beginnst. Grundsätzlich sollte zumindest das Korrekturlesen auf Rechtschreibfehler möglich sein. Denn ob ich dafür jemanden bezahle oder meinen Freunden die Arbeit gebe, sollte eigentlich egal sein. Aber ich würde das wirklich vorher abklären, was du darfst und was nicht. Wende dich an den Dozenten, deinen Professor oder das Prüfungsamt.

Plane genug Zeit ein, denn wenn es Verbesserungen gibt, wirst du Zeit brauchen, sie zu bearbeiten. Kommt zum Beispiel bei der Korrektur heraus, dass du keinen roten Faden hast und, du siehst es dann auch selbst so, dann brauchst du Zeit.

Beauftrage ein Lektorat nur, wenn du ein dickes Fell hast. Denn Lektoren sind hoffentlich ehrlich und nicht primär freundlich. Es ist gut möglich, dass dir nicht gefällt, was der Lektor dir schreibt. Für deine Motivation könnte das nicht gut sein, wenn du mit Kritik nicht so gut umgehen kannst.

Außerdem musst du nach Kritik entscheiden, ob du wirklich Änderungen vornehmen möchtest. Ich denke da nur an meinen Erfahrungsbericht zum Lektorat. Meine Arbeit bewertete der Professor gut, der Lektor nicht. In solchen Fällen heißt es dann, dass eigene Hirn einschalten und überlegen, was wirklich geändert werden muss.

 

Fazit

Ich selbst hatte im Studium nie einen Lektor beauftragt. Das heißt aber nicht, dass es nicht für andere sinnvoll sein kann. Aus meiner Sicht gibt es viele gute Gründe für einen Lektor und nur wenige, die dagegen sprechen.

Zum einen kostet ein Lektor Geld und das ist ja immer knapp, aber vielleicht auch gut investiert? Oder die Uni erlaubt es nicht, was natürlich der maßgebliche Punkt gegen einen Lektor wäre.

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