Im zweiten Teil der Artikelserie „Wie lernt man am besten“ geht es um eure Lernermerkmale.

Eure Lernermerkmale sind wichtig, da jeder Lernende andere Lernvoraussetzungen hat und anders lernt. Nur wer seine Merkmale kennt kann sein Lernen effektiv planen und steuern.

Daher erkläre ich dir zunächst, was unter Lernermerkmalen zu verstehen ist. Anschließend stelle ich dir einige der wichtigsten Merkmale vor und gebe dir Hinweise zur Selbstanalyse.

 

Teile der Serie – Wie lernt man am besten?

  1. Analyse deiner Lernstrategien
  2. Was sind deine Lernmerkmale?
  3. Verschiedene Lernstrategien in der Übersicht
  4. So geht’s ins Langzeitgedächtnis
  5. Konzentration
  6. Motivation

 

Was sind Lernermerkmale?

Lernermerkmale bilden einen Kontrast zu den bekannten Lerntypen zum Beispiel nach Vester.

Bei der Einteilung nach Lerntypen wirst du nach einem Test in eine Schublade gesteckt. Warum die Einteilung in Lerntypen keinen Sinn macht, habe ich schon einmal dargelegt und hier kannst du es auch noch einmal nachlesen.

Steht dein Lerntyp nach einem Test fest, bekommst du Empfehlungen und Ratschläge, die zu deinem Lerntyp passen.

Das hört sich zunächst individuell und hilfreich an, ist es aber nicht. Denn du setzt dich nicht mit deinem Lernen weiter auseinander. Und genau hier helfen dir Lernmerkmale weiter.

Lernmerkmale sind zum Beispiel dein Vorwissen, deine Intelligenz, oder deine Motivation.

Ich werde dir jetzt einige ausgewählte Lernmerkmale vorstellen und beschreiben warum sie für dich wichtig sind.

Lernermerkmale

 

1. Das Vorwissen

Dein Vorwissen ist vielleicht dein wichtigstes Lernermerkmal. Denn wie viel Vorwissen du zu einem Thema hast, bestimmt ob du Experte oder Anfänger bist.

Bist du schon Experte und hast daher viel Vorwissen, dann brauchst du nicht mehr viel Hilfe beim Lernen. Du kannst schnell neue Inhalte erfassen und komplexe Zusammenhänge verstehen.

Weißt du hingegen noch nicht viel über ein neues Thema, bist du noch ein Anfänger. Dann benötigst du viel Hilfe.

Diese Hilfe kann in verschiedenen Formen erfolgen. Etwa durch individuelle Betreuung, Wissenshäppchen, sowie viele Erklärungen und Beispiele.

Wird die Hilfe beim Lernen für einen Anfänger aber nicht gegeben, kommt es sehr schnell zu einer geistigen Überlastung. Die neuen Informationen sind zu viel und können nicht alle verarbeitet werden.

Als Folge verstehst du beim Lernen nichts mehr, wirst frustriert und demotiviert. Im schlimmsten Fall gibst du auf.

Daher solltest du dich immer Fragen, wie viel Vorwissen du schon hast. Bist du also Experte oder stehst du noch am Anfang?


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2. Deine Motivation

Deine Motivation ist ein wichtiges Lernmerkmal. Da Motivation aber ein eigener Beitrag in dieser Artikelserie ist, werde ich an dieser Stelle nur kurz darauf eingehen.

Motivation kannst du als deinen Antrieb sehen, ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Dabei kann Motivation aus dir selbst entstehen, weil du am Thema interessiert bist, oder du wirst durch außen motiviert. Etwa weil dir eine Belohnung versprochen wurde, wenn du ein bestimmtes Ziel erreichst.

 

3. Dein Selbstbild

Neben Motivation ist dein Selbstbild ein weiterer individueller Faktor, der dein Lernen bestimmt.

Dein akademisches Selbstbild setzt sich aus deinen bisherigen Erfahrungen und deinen gewonnenen Kompetenzen in den jeweiligen Schul- oder Studienfächern zusammen.

Daneben wird deine Selbsteinschätzung aber auch durch den Vergleich mit deiner sozialen Gruppe beeinflusst.

Daher kannst du bei gleicher Leistung im gleichen Fach in unterschiedlichen Gruppen eine unterschiedliches Selbstbild haben, da die Leistungen der jeweiligen Gruppen unterschiedlich sind.

Außerdem beeinflusst dein akademisches Selbstbild deine Leistung. Aber ebenso beeinflusst deine Leistung, dein Selbstbild.

Beide Faktoren beeinflussen sich daher gegenseitig. Ist die Leistung daher schlecht, kann das Selbstbild auch negativ werden.

Folglich wirkt das negative Selbstbild dann wieder auf die Leistung zurück, die unter dem Selbstbild auch wieder leiden kann.

 

4. Lernstile oder Kognitive Stile

Lern- und kognitive Stile sind die Art und Weise, wie du denkst. Wie nimmst du selbst Informationen auf und gehst mit ihnen um.

Diese Merkmale sind dabei recht stabil, denn du kannst nur schwer aus deiner Haut. Egal, ob du impulsiv oder überlegt bist, deine Eigenschaften werden sich auch beim Lernen zeigen.

Impulsive Personen zum Beispiel zeigen oft schnelle Entscheidungen, während reflexierende Menschen eher detailliertere Analysen anfertigen.

Außerdem gibt es Lernende, die sich beim Lernen sehr stark auf den Lerngegenstand konzentireren und nur wenig Beachtung für die Meinungen anderer Lernenden schenken. Wenn du so lernst, dann lernst du eher selbstbestimmt und bildest eher kontroverse Ansichten.

Daneben besteht aber auch die Möglichkeit sich beim Lernen stark an anderen zu orientieren. Etwa an den Ansichten der Lehrer, Dozenten oder Freunde. Wenn du auf diese Weise lernst, dann kommst du meisten zu Ergebnissen, die mit denen der anderen übereinstimmen.

Frage dich einmal selbst, welchen Stielen du dich zuordnen würdest. Bist du her impulsiv oder denkst du eher lange nach? Kommst du oft zu anderen Ergebnissen als andere oder bist du eher konform mit deren Ansichten?

Dabei ist es aber egal, zu welchen Ergebnissen du kommst, denn alle kognitiven Stile haben ihre Vor- und Nachteile.

Manchmal ist es gut, schnell und impulsiv Entscheidungen zu treffen und manchmal ist es besser eine Frage oder ein Problem intensiv zu durchleuchten.

Wichtig ist es aber, dass du dich selbst einschätzen kannst, um auch einmal über den Tellerrand hinausschauen zu können.

Mehr zum Thema Lernstile erfährst du in einem interessanten Beitrag der Universität Hamburg. Dort findest du außerdem einen Test, mit dem du deinem individuellen Lernstil näher kommst.

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