In vielen Fächern im Studium oder der Schule ist es wichtig, Argumentationen schreiben zu können. Daher ist es wichtig dass du hierfür eine gute Lernmethode kennst.

Das Grundprinzip für richtiges Argumentieren geht dabei auf Aristoteles zurück, einen griechischen Philosophen, der vor knapp 2500 Jahren gelebt hatte. Und unter anderem die philosophische Disziplin der Logik gegründet hatte. Auf dem logisches Argumentieren basiert.

Zunächst zeige ich dir, wie Argumente aufgebaut sind und welche Arten es gibt. Anschließend bekommst du einige Anwendungsbeispiele für logische Argumente, sowie praktische Tipps für das Schreiben einer Argumentation. Den Schluss bildet eine Checkliste, die die wichtigsten Punkte des Beitrags zusammenfasst.

 

Überzeugende Argumentationen schreiben – nach Aristoteles.

Um aus Sicht von Aristoteles nun Argumentationen schreiben zu können benötigst du einen sogenannten Syllogismus. Ein zugegeben sperriger Begriff, den ich dir der Vollständigkeit halber einmal nennen wollte.

Das Prinzip dahinter ist dafür aber relativ einfach. Du benötigst für ein Argument nämlich nur zwei Behauptungen (Prämissen) und erhältst damit deine Schlussfolgerung (Konklusion).

Aristoteles berühmtes Beispiel dazu lautet:

Behauptung 1: Alle Menschen sind sterblich.

Behauptung 2: Sokrates ist ein Mensch.

Schlussfolgerung: Sokrates ist sterblich.

Das Wort „Mensch“ verbindet beide Behauptungen miteinander und führt zur Schlussfolgerung, deinem Ergebnis. Wenn also alle Menschen sterblich sind und Sokrates ein Mensch ist, dann muss auch er sterblich sein.

So einfach kann ein überzeugendes Argument sein.

Aber dennoch musst du mit solchen Schlussfolgerungen vorsichtig sein, denn formal können sie richtig sein, inhaltlich, aber falsch, wie dieses Beispiel zeigt.

Behauptung 1: Alle Säugetiere leben auf dem Land.

Behauptung 2: Wale sind Säugetiere.

Schlussfolgerung: Wale leben auf dem Land.

Mit dem Wort „Säugetiere“ werden die beiden Behauptungen verbunden und es wird aus logischer Sicht der richtige Schluss gezogen. Inhaltlich ist aber klar, dass Wale im Wasser leben und das Argument damit nicht stimmt.

Ob ein Argument wahr ist und letztlich damit überzeugt, hängt also nicht nur davon ab, ob du logisch den richtigen Schluss gezogen hast.


*Werbung/Affiliatelink

Wie du 500% schneller lernst, dein Gedächtnis verbesserst und ein Fachbuch von 200 Seiten in weniger als 3 Stunden durcharbeitest…

Ich will mehr über das Ebook „Werde ein Turbolerner“ erfahren*

Exklusiv als Student. Schließe eine kostenfrei 12-monatige Probemitgliedschaft bei Amazon Prime ab!

Schau vorbei für kostenlosen Premiumversand sowie unbegrenztes Streamen von Filmen und Serien!*


Zwei Arten des Argumentierens.

Mithilfe dieses grundsätzlichen Schemas gibt es zwei Möglichkeiten Argumentationen zu schreiben.

  1. Du schließt von Allgemeinem auf Spezielles.
  2. Du schließt vom Speziellem auf Allgemeines.

Den ersten Fall kennst du bereits, denn nichts anderes macht Aristoteles. Er schließt von der Sterblichkeit aller Menschen auf die Sterblichkeit eines einzelnen Menschen.

Dieses Vorgehen, vom Allgemeinen auf Spezielles zu schließen, nennt sich Deduktion

Du kannst aber auch anderes herum argumentieren. 

Behauptung 1: Sokrates ist sterblich.

Behauptung 2: Sokrates ist ein Mensch.

Schlussfolgerung: Menschen sind sterblich. 

Schließt du von speziellen Fällen oder Beispielen, hier der Sterblichkeit von Sokrates auf Allgemeines, heißt dies Induktion.

Nun ist dieses Argumentieren aber leider nicht so überzeugend. Denn du schließt von einem speziellen Fall auf alle anderen. Und hier muss es nur einen Fall geben, auf den die Schlussfolgerung nicht zutrifft und dein Argument ist falsch.

Wir wissen natürlich, dass alle Menschen sterblich sind, deshalb stimmt das Argument in diesem Fall.  Aber es gibt viele andere Fälle, wie den Folgenden.

 

Argumente in der Wissenschaft

In vielen Wissenschaften ist es verbreitet meistens von speziellen Beispielen auf Allgemeines zu schließen. Dies ist kein Mangel oder unseriöses Arbeiten der Wissenschaftler, sondern schlicht die einzige mögliche Arbeitsweise der Forscher.

Zum Beispiel im Bereich der Ernährungswissenschaften wird so gearbeitet. Hier ist es gängig die Wirkung von Lebensmitteln auf den Körper anhand von Vergleichsgruppen zu prüfen.

Nehmen wir an, die Forscher stellen die Behauptung auf, Fett ist schlecht für den Körper. Dann bekommt Gruppe A sehr fettreiches Essen und Gruppe B normales.

Sind die Teilnehmer von Gruppe A am Ende des Tests nun tatsächlich körperlich in einem schlechteren Zustand, als die der Vergleichsgruppe B, so wird der Schluss gezogen, dass Fette schlecht für den Körper sind.

Ein spezielles beobachtetes Beispiel führt also zu einem allgemeinen Ergebnis.

Nun ist Fett aber nicht gleich Fett. Olivenöl zum Beispiel ist sehr gesund für den Körper. Entsprechend braucht es jetzt nur eine Studie, die feststellt, dass Olivenöl gesund ist, um die Schlussfolgerung, dass Fette schlecht für den Körper sind, zu widerlegen.

Du erhältst daher kein sicheres Wissen. Aber dieses Vorgehen ist dennoch sehr wichtig, denn du kannst auf diesem Weg Gemeinsamkeiten finden und allgemeine Regeln ableiten und damit überzeugende Argumentationen schreiben.

 

Wann benötigst du solche Argumente?

Im Grunde benötigst du diese Art des Denkens immer und nicht nur beim Argumentation schreiben.  Schon bei einem einfachen Einkauf gehst du logisch vor.

Vergleichst du verschiedene Produkte miteinander, wie Reis, dann stellst du Gemeinsamkeiten und Unterschiede fest und vergleichst Mengen und Preise miteinander. Am Ende entscheidest du dich für einen Reis. Du ziehst also den Schluss, dass ein bestimmtes Angebot, das für dich Beste ist.

Beim wissenschaftlichen Arbeiten benötigst du selbstverständlich überzeugende Argumente, die durch die zwei Arten des Argumentierens erhältst. Bei wissenschaftlichen Untersuchungen geht es darum, Ursache und Wirkung zu identifizieren. Dafür musst du beobachtete Phänomene richtig bewerten, Schlussfolgerungen ziehen und damit zu neuem Wissen kommen.

Auch in Jura, der Rechtsprechung, ist das Arbeiten mit logischen Argumenten ein zentraler Bestandteil der Arbeit. Daher wird bereits im Jurastudium großer Wert daraufgelegt, dass die Studenten gute Argumentationen schreiben können. Ein einfaches juristisches Beispiel ist die Frage, ob ein Kaufvertrag vorliegt. In diesem Fall wird gefragt: „Ein Kaufvertrag liegt vor, wenn…“ Anschließend werden die verschiedenen Bedingungen eines Vertrags anhand des konkreten Falls geprüft, um abschließend zu schlussfolgern, ob ein Kaufvertrag vorliegt oder nicht.

Dies sind nur einige Beispiele, wann du logisch argumentieren musst, ich könnte die Liste ewig weiterführen.

 

Praktische Tipps zum Schreiben einer Argumentation.

Wenn du eine Argumentation schreibst, kommt es also darauf an, dass du logisch vorgehst. Das Schlimmste, was du machen kannst, ist wild drauf los zu schreiben, ohne nachzudenken. Fasse deine Behauptungen daher am besten kurz für dich selbst zusammen und schreibe dann alles ausführlich auf.

Bleibe dabei in deiner Sprache einfach, damit dein Prüfer auch versteht, was du meinst. Keine langen und verschachtelten Sätze und kurze Absätze.

Mache außerdem deutlich, was deine Behauptungen sind und was deine Schlussfolgerung. Nutze dafür Signalwörter, die unmissverständlich sind, wie: „Dies führt zu dem Schluss; Das Ergebnis lautet daher; Als Resultat ergibt sich folgendes. “

Mit solchen Formulierungen machst du es dem Prüfer einfach, deiner Argumentation zu folgen und dich zu verstehen.

 

Checkliste zum Argumentationen schreiben.

  • Logische Argumente bestehen aus Behauptungen und einer Schlussfolgerung.
  • Du kannst von allgemeinen Behauptungen auf Besonderheiten schließen. Das heißt deduktiv arbeiten.
  • Oder du leitest aus Beispielen eine allgemeine Regel ab. Was dann als induktives Schlussfolgern bezeichnet wird.
  • Um logische Schlüsse ziehen zu können, musst du genau beobachten, um anschließend neues Wissen zu erhalten und es korrekt im Kontext einordnen zu können.

Teile diesen Beitrag

Diese Artikel könnten dich auch interessieren:

Wie lernt man am besten Teil 1 – Analyse deiner Lernstrategien

Heute starte ich meine Artikel Serie mit dem Titel, wie lernt man am besten.Wie der Titel schon verrät, geht es darum, wie du dein Lernen optimierst, also wie du zu deinem Lernen passende Methoden und Strategien findest.Der erste Teil der Serie dreht sich...

Logische Fragen – eine Lernmethode

Beim Lernen geht es heute oft darum ein Problem zu lösen und nicht nur darum neue Inhalte zu lernen. Denn die Lernforschung hat herausgefunden, dass Lernen effektiver ist, wenn damit konkrete Problematiken gelöst werden können. Logische Fragen bieten dir eine passende...

Das Pareto-Prinzip – Wie es dir beim Lernen hilft.

Wenn du auf der Suche nach einem effektiven Weg bist, dein Zeitmanagement oder deine Prüfungsvorbereitung zu verbessern, dann solltest du dir das Pareto-Prinzip zunutze machen.Als ich vor einiger Zeit einen Artikel über das Buch „Eat that frog“ geschrieben hatte, bin...

Multitasking – Warum es zum Lernen nicht geeignet ist!

Multitasking soll es dir ermöglichen, mehrere Dinge in weniger Zeit zu erledigen.Das Prinzip dahinter ist recht simpel. Du machst viele Dinge gleichzeitig und schaffst so effektiv mehr, als wenn du eines nach dem anderen abarbeitest.Dabei hat Multitasking beim Lernen...

Bestnote, warum du mit diesem Buch Lernen lernst

Bestnote Lernerfolg verdoppeln, Prüfungsangst halbieren von Dr. Martin Krengel ist ein Buch, um das Lernen zu lernen. Und eines der 5 Bücher, die jeder Student in seinem Schrank haben sollte. Aber auch wenn du noch kein Student bist oder nicht mehr, hilft dir dieses...

Bildquellen